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Mischkonsum
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Ecstasy macht Appetit auf mehr
DROGENSTUDIE

Häufigkeit des Konsums verschiedener illegaler Substanzen in Abhängigkeit vom Ecstasykonsum (18- bis 25-jährige):

ECSTASY-UNERFAHRENE
Cannabis 
Kokain
Heroin
Speed
LSD

ECSTASY-PROBIERER
Cannabis 
Kokain
Heroin
Speed
LSD

ECSTASY-KONSUMENTEN
Cannabis 
Kokain
Heroin
Speed
LSD

mehr als 6 Mal
1–5 mal  
noch nie  

Institut für Therapieforschung, München, 1998
Langzeitfolgen, chronische Schäden, Risiken  
Unter Mischkonsum oder Mehrfachkonsum ist die gleichzeitige oder aufeinander folgende Einnahme von zwei oder mehr psychoaktiven Substanzen aus dem Bereich „Drogen, Alkohol, Psychopharmaka“ zu verstehen. Die gemischte Gesamtwirkung solcher Stoffe kann um ein Vielfaches über die Einzelwirkung hinausgehen. Ecstasy-Konsumenten sind in der Regel über 17 Jahre alt, größtenteils über 20 Jahre, und haben praktisch immer Erfahrung mit anderen Drogen, bevor sie bei Ecstasy landen. Aber erst wenn Ecstasy ins Spiel kommt, brechen alle Dämme. Bei MDMA-Konsumenten ist der regelmäßige und zunehmende Konsum mehrerer Rauschsubstanzen, auch als Ersatzkonsum unter der Woche, gleichsam vorprogrammiert.

In einer nach wie vor repräsentativen Studie unter 527 Ecstasy-Konsumenten (Rakete/Flüsmeier, 1997) lag die Mischkonsumrate bei 94%. Dauerkonsumenten schließen die Lücke zu 100% ohne Probleme. Zu den vermuteten Ursachen dieses Phänomens zählen eine enthemmende Wirkung des MDMA gegenüber anderen Drogen, seine schnelle Toleranzbildung, die Einbindung des Konsumenten in eine Szene, die Drogenkonsum als „Lebensstil“ verkauft, und nicht zuletzt der unvermeidliche Absturz in die Depression nach dem E-Film, den nicht wenige mit zusätzlichen Drogen aufzufangen versuchen.

Die Grafik rechts zeigt das gängige Drogenerfahrungsmuster von Ecstasykonsumenten im „Anfangsstadium“. Fest steht: Je länger und häufiger jemand MDMA nimmt, um so häufiger und wahlloser greift er auch zu anderen Drogen. Warnungen vor Mischkonsum ohne gleichzeitige ausdrückliche Warnungen vor MDMA-Gebrauch sind natürlich ein unauflöslicher Widerspruch. Sie sind dennoch ein beliebtes Manöver der Fürsprecher eines „verantwortlichen Ecstasykonsums“ – und entsprechend erfolglos: Nirgends in der Partyszene ist der Drogen-Mischkonsum höher als bei Ecstasykonsumenten.

Vor diesem Hintergrund ist eine isolierte Risikoabwägung bei MDMA-Konsum letztlich auch absurd, da der typische MDMA-User in einen Drogendschungel eintaucht, in dem tausend Gefahren lauern. Nicht ohne Komik sind aus dem gleichen Grund auch Hinweise von MDMA-Verteidigern auf das „höhere Sterberisiko“ von gewohnheitsmäßigen Rauchern und Alkohol-Trinkern: Alkohol ist in der Ecstasy-Szene fest verankert, gerade auch in Kombination mit synthetischen Drogen, und der Anteil der ständigen Raucher unter MDMA-Konsumenten ist mehr als doppelt so hoch wie in der Allgemeinbevölkerung.

Fazit: MDMA-Konsumenten tragen nicht nur ein Einzelrisiko, sondern ein sehr hohes Gesamtrisiko, das zudem weit über reine Wirkstoffschäden hinausgeht (Beispiel Unfalltod oder auch AIDS: Ecstasy-User haben einer amerikanischen Untersuchung zufolge etwa dreimal so häufig ungeschützten Sex wie Nichtkonsumenten). Mischkonsum allein kann mit fortschreitender Zeit das umseitig beschriebene Todesrisiko auf unter 1:100 erhöhen. Schwere Gesundheitsschäden bei Dauer-Mischkonsum sind die Regel. Die Frage ist dann nicht mehr, ob man bleibende Schäden davonträgt, sondern nur noch welche.


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