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Ecstasy und die Partyscene

„Nach Einschätzung von Wissenschaftlern zählen Amphetamin und seine Derivate zweifelsohne zu den so genannten harten Drogen! Ecstasy, genauer MDMA, und andere Vertreter der Amphetamin-
derivate sind nicht in das Betäubungs-mittelgesetz aufgenommen worden, um ´einer Generation den Spaß am Feiern zu nehmen`, sondern weil diese Stoffe gefährlich und nicht zur Anwendung am Menschen geeignet sind!“

Bundeskriminalamt Wiesbaden, aus einem Beitrag zu einer Fachtagung der Bundes-
zentrale für gesundheitliche Aufklärung 2001
Ecstasy, Loveparade
Ein Zusammenhang zwischen den verschiedenen Varianten von Techno-Musik und Ecstasy-Konsum besteht sicherlich ebenso wenig wie zwischen Rockmusik und LSD. Wer das eine gern hört, muss das andere noch lange nicht nehmen. Ein Zusammenhang zwischen der Techno-Partyszene und dem Konsum von MDMA und weiteren Drogen besteht dagegen sehr wohl. Alle Studien und Umfragen der letzten Jahre kommen zum fast gleichen Ergebnis: Je mehr jemand in die Technoszene involviert ist, desto eher, desto häufiger und desto wahlloser wird er Drogen nehmen, Alkohol und Tabak in aller Regel sowieso.
In einer beliebigen Beispielgruppe in der Raver- und Technoszene nehmen etwa 60% der Teilnehmer illegale Rauschdrogen. Immerhin: Erstaunliche 40% tun das nicht. Paul van Dyk beispielsweise, führender Wegbereiter des Techno und der elektronischen Musik, führte in einem Interview aus: „Ich toleriere Drogen nicht, und ich bin der festen Überzeugung, dass es Leute gibt, die nur der Musik wegen in der Szene sind. Ich bin einer von ihnen.“
     Folgt man der Berliner Tossmann-Studie aus dem Jahre 1999 muss man allerdings davon ausgehen, dass etwa 35% der ursprünglich abstinenten Partygänger spätestens nach rund zwei Jahren in der Szene ebenfalls mindestens eine illegale Droge konsumieren. Das wundert nicht, weil der Drogen-Nichtkonsument in der Technoszene neben Gruppendruck und Neugierde auch mit zahlreichen „Aufklärungsmaterialien“ zu kämpfen hat, die den Konsum von Ecstasy und anderen Drogen zumindest zwischen den Zeilen für vertretbar halten. Ehrenamtlich in der Technoszene tätige Gruppierungen, die sich für ein drogenfreies Feiern einsetzen (wie „mindzone“ in Bayern) sind weit in der Unterzahl.

Über die genaue Ursache-Wirkung-Beziehung zwischen Technoszene und Drogenkonsum, und ob es sie überhaupt gibt, kann man sich wie immer 30 Jahre lang streiten. Aber über die offensichtliche Wechselbeziehung ganz sicher nicht. Zur Verdeutlichung: Während im Zeitraum eines Monats „nur“ etwa 13% der unregelmäßigen Besucher von Techno-Veranstaltungen Ecstasy konsumieren, liegt dieser Prozentsatz bei häufigen Partygängern (1-2x die Woche) bei fast 40 % (!), mit steigender Tendenz auch beim regelmäßigen Konsum anderer Drogen (Cannabis über 60%, Kokain und Speed je über 30%).

Umfragen aus verschiedenen europäischen Metropolen zeigen, dass der Konsum von „Partydrogen“ in der Technoszene durchschnittlich etwa 18 mal (!) höher liegt als in der jeweiligen Gesamtbevölkerung, stellenweise sogar noch höher: In der Züricher Technoszene beispielsweise liegt laut dem Münchner Institut für Therapieforschung der Konsum von Ecstasy 23,5 x über dem für die Allgemeinbevölkerung gültigen Wert, bei Amphetaminen sogar 32,3 x darüber – zwei europäische Spitzenpositionen. 
     


Statistisches

Ecstasy, Loveparade
So genannte ATS (amphetamin-type stimulants = Stimulanzien auf Amphetaminbasis), zu denen auch die Ecstasygruppe um MDMA gehört, haben die globale Drogenproblematik der letzten zehn Jahre erheblich verändert. In den weltweiten Statistiken über die Behandlung von Menschen mit Drogenproblemen liegen Rauschdrogen auf Amphetaminbasis nach Opiaten (Heroin), Kokain und Cannabis mittlerweile auf Platz 4, mit rapiden jährlichen Anstiegen. 1997 lag der Anteil der Personen mit Drogenproblemen, die sich in Berlin wegen der Hauptdiagnose „ATS-Missbrauch“ freiwillig in Behandlung oder zu Beratungsgesprächen begaben, noch bei 1%. Aber schon damals gab es alarmierende Zahlen aus anderen europäischen Metropolen: Budapest 10,4 %, Stockholm 20%, Prag 47,2 %. 1998 lag der deutschlandweite Anteil bei etwa 3,2 %. Im Jahr 2000 waren bereits 5,2 % aller ambulanten Drogenfälle in Westdeutschland und 14,8 % aller solchen Fälle in Ostdeutschland konkret wegen der Folgen ihres ATS-Konsum in Behandlung (Gesamtdeutschland: 6,9%). 2001 kletterte diese Zahl auf 6,1 % im Westen und 17,8 % im Osten (Gesamtdeutschland: 8,7 %, mehr als Kokain). In Schweden beantragten 2001 zwar nur etwa 600 Menschen ärztliche Hilfe wegen Drogenproblemen, davon aber bereits 29% wegen Amphetamin-Substanzen, in Finnland gar 33%. Wie weit es kommen kann, machen asiatische Großstädte vor: 50,3% aller Drogenbehandlungsfälle in Bangkok betrafen im Jahr 2000 nicht etwa Heroin und andere Opiate, wie man meinen könnte, sondern ATS. Tokio stellte bereits 1996 einen einsamen Rekord auf, der bis heute ungeschlagen ist: 99 % aller Drogenbehandlungsfälle in der Hauptstadt Japans, eines Weltmarktführers im Bereich ATS, betrafen Amphetamine.

ATS-Opfer sind in erster Linie natürlich Amphetamin- und Metamphetamin-Opfer und nicht MDMA-Geschädigte, einfach deswegen, weil Amphetamine bereits seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts ihre Netze über den Globus spannen. Auch die Konsum-Tendenz geht  eher von Ecstasy zu reinen Amphetaminen als umgekehrt. Dass die Verhältnisse sich aber auch sehr schnell drehen können, zeigt das in punkto Amphetamin-Missbrauch führende Land Europas, das mittlerweile auch die Spitzenposition beim Ecstasykonsum einnimmt, nämlich Irland (gefolgt vom Vereinigten Königreich, also Großbritannien und Nordirland). Auf je zwei Personen, die 1999 in Irland wegen Amphetamin-Missbrauchs behandelt wurden, kamen sieben weitere, die konkret Ecstasy bzw. MDMA als ihre Problemdroge Nr. 1 angaben.  

Quellen: Jahresberichte 2000 bis 2002 des United Nations Office for Drug Control and Crime Prevention (UNODCCP) und der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD)

  
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