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WIRKUNG
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Wie Ecstasy im Vergleich zu anderen Drogen wirkt
„Ich habe Ecstasy nie probiert, ebenso wenig wie Kokain oder Heroin. Ich sehe Drogenkonsum nicht als etwas Unmoralisches an, aber ich will damit nichts zu tun haben, weil mir mein Gehirn alles andere als egal ist. Ich will meine Synapsen* nicht irgendeinem Fremden anvertrauen, dem ich in einem Nachtklub begegnet bin. Ich ziehe es vor, dass mir mein Verstand für den Rest meines Lebens zur Verfügung steht."

Moby, Pionier der elektronischen Musik, Techno-DJ, Komponist („Play“, „18“)

Wiederaufnahmehemmung durch Ecstasy
MDMA (der häufigste Vertreter der Ecstasy-Gruppe) ist nicht nur eng mit Amphetamin verwandt, sondern ähnelt in einigen chemischen Eigenschaften auch dem Halluzinogen Meskalin. Die vom Konsumenten erhoffte Wirkung ist daher eine eigenartige Mischung aus diesen beiden Drogen. Typisch sind eine allgemeine Stimulierung („Tanzdroge“), Enthemmtheit, Glücksgefühle, ein Gefühl der Entspanntheit, eine „Öffnung nach Innen“ und ein intensives Gefühlder Nähe zu anderen Menschen („Herzöffner“, Liebesdroge“, „Kuscheldroge“, „Gefühlsdroge“). Veränderungen der Wahrnehmung sind häufig (z.B. verschwommenes Blickfeld, Geräuschempfindlichkeit, verändertes Zeitempfinden, verändertes Erleben der gesamten Umgebung), massive optische und akustische Halluzinationen, wie bei LSD, dagegen die Ausnahme. Dafür werden andere Sinne um so mehr getäuscht: Unter MDMA-Einfluss kann selbst noch der eigene Vergewaltiger sympathisch erscheinen – allerdings nur für wenige Stunden.

Andere Vertreter der Ecstasy-Gruppe unterscheiden sich von MDMA – abgesehen von Unterschieden bei der Dosis – hauptsächlich dadurch, dass sie die Antrieb steigernde, die halluzinogene, die „nach innen öffnende“ und die „I love you all“-Komponente des MDMA (ganz) anders gewichten.

DOB beispielsweise ist ein der Ecstasy-Gruppe zugerechnetes Amphetaminderivat mit bis zu 30 Stunden Wirkungsdauer, das stark halluzinogen, aber nur leicht aufputschend wirkt. Auch MDA ist stärker halluzinogen als MDMA. MDE und MBDB wiederum eignen sich im Unterschied zu MDMA nicht wirklich als Durchtanzdrogen, weil die Amphetamin-Komponente zu kurz kommt. Auf dem „E-Film“, wie der Ecstasy-Trip auch genannt wird, sind die Grenzen speziell zwischen MDA, MDMA und MDE aber eher fließend als genau bestimmbar.

Ecstasy macht im körperlichen Sinne nicht abhängig, dagegen ist das psychische Abhängigkeitspotential relativ hoch. Über 50% der Konsumenten sprechen in Umfragen von einem deutlich ausgeprägten Drang, Ecstasy nehmen zu müssen. Mit zunehmender Konsumdauer und –häufigkeit werden die Abhängigkeitssymptome gegenüber Ecstasy oder gegenüber Ersatzdrogen im Kielwasser von MDMA natürlich nicht weniger, sondern mehr.


Warum der so genannte "E-Film" der vielleicht längste Film der Welt ist

„Zwischen ´Ecstasy` und Opiaten gibt es einen gewaltigen Unterschied. Bei Heroin z.B. ist ... der größte Teil der rein körperlichen Schäden auf unsterile Injektionstechniken und das Spritzen von Mitteln zurückzuführen, die nur zur oralen Einnahme gedacht sind. Bei Amphetaminen hingegen werden viele der ernsthaften Folgen direkt von der Droge selbst verursacht."

Dr. Harold Kalant,
Professor emeritus am Department of Pharmacology der University of Toronto, 2001

Wiederaufnahmehemmung durch Ecstasy
MDMA wirkt bei weniger als 1 Milligramm (mg) pro Kilogramm Körpergewicht. Im Regelfall erzielen Pillen mit 50 bis 125 mg MDMA die gewünschten Wirkungen ebenso wie die unerwünschten. Die akute Wirkung setzt nach durchschnittlich 30 bis 60 Minuten ein und hält etwa drei Stunden auf höherem Niveau an, um dann weitere ein bis zwei Stunden auszuklingen. Bis der Stoff zumindest aus der Blutflüssigkeit ist, dauert es aber viel länger: Die Halbwertzeit von MDMA im Blut beträgt annähernd acht Stunden. Das bedeutet, dass nach acht Stunden noch die Hälfte der Droge in der Blutbahn ist (50 %), nach weiteren 8 Stunden die Hälfte der Hälfte (25 %), und so weiter. Erst nach rund 40 Stunden sinkt der MDMA-Pegel auf unter 5% ab. Dieser Umstand erklärt möglicherweise auch, warum bestimmte (unerwünschte) MDMA-Wirkungen noch ein bis zwei Tage anhalten können. Die von Konsumenten oft beschriebene „depressive Stimmung“, die meist am zweiten Tag nach dem Konsum von Ecstasy einsetzt, kann sich allerdings auch über vier oder fünf Tage hinziehen. Für das Gehirn ist es ein Kraftakt, sein chemisches Gleichgewicht wieder herzustellen, wobei ihm das mit fortschreitendem Konsum immer weniger gelingt. Auch die Nieren sind bis zu vier Tage damit beschäftigt, MDMA beziehungsweise seine Abbauprodukte über den Urin auszuscheiden. Die unmittelbaren Nachwirkungen im Körper verlängern sich aber auch durch einen anderen Faktor. Beim Abbauprozess des MDMA in der Leber entsteht nämlich ein alter Bekannter, der auch etwas Spaß haben will: MDA, die Muttersubstanz des MDMA. In der Gesamtschau ist der Organismus tagelang damit beschäftigt, die akuten Wirkungen des MDMA aufzuarbeiten, von den langfristigen ganz zu schweigen.


Ecstasy im Vergleich zu Amphetamin:
Wie der Vater so der Sohn?
Synapse Synapse
Da MDMA ein Amphetaminderivat ist, lohnt sich auch ein Blick auf seinen chemischen Stammvater. Amphetamin und sein bekanntester Spross Metamphetamin (stärker und länger wirkend) sind in der Drogenszene vor allem als „Speed“ bekannt und meist erhältlich als Mischung aus Amphetamin, Metamphetamin, Koffein und Verschnittstoffen. Amphetamine sind stark stimulierend und Antrieb steigernd, vielfach Sucht erzeugend und rufen auf Dauer schwere Gesundheitsschäden hervor, auch im psychischen Bereich (z. B. geistige Verwirrung, Wahnvorstellungen, Depressionen, unberechenbares Verhalten und gesteigerte Aggressivität).

„Speed kills“ – Speed tötet – ist eine Parole, die bereits die Blumenkinder San Franciscos Anfang der 1970er Jahre ausgaben, nicht erst neuzeitliche warnende Stimmen. Trotzdem sind Amphetamine mittlerweile die mit Abstand häufigste Grundsubstanz für neu entwickelte Drogen, von denen nicht wenige einen Großangriff auf Geist, Verstand und körperliche Gesundheit des Konsumenten darstellen. Neben der Ecstasy-Familie machen vor allem hoch gefährliche Metamphetamin-Formen unter Straßennamen wie „Crystal Speed“, „Thai-Pillen“, „Yaba“ oder „Shabu“ immer wieder von sich reden.

Umfragen aus den letzten Jahren zeigen deutlich, dass der Ecstasy-Apfel gewöhnlich nicht weit vom Amphetamin-Stamm fällt: Der Konsum von Ecstasy und Speed in der bundesdeutschen Raver- und Partyszene liegt dicht beieinander. Drei von vier Ecstasy-Erfahrenen haben auch Erfahrung mit Speed, drei von vier XTC-Gewohnheitskonsumenten sind auch Gewohnheitskonsumenten von Speed (Drogenaffinitätsstudie Tossmann, 1997).


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